Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.21256/zhaw-21587
Publication type: Bachelor thesis
Title: Macht gesellschaftliches Engagement glücklich?
Authors: Muff, Céline
Advisors / Reviewers: Slembeck, Tilman
DOI: 10.21256/zhaw-21587
Extent: 80
Issue Date: 2020
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subject (DDC): 361: Social work and welfare
Abstract: Die Schweiz ist bekannt für ihr historisch herangewachsenes Milizsystem. In Zeiten der Globalisierung und des Individualismus verliert jedoch die Schweizer Zivilgesellschaft und der Milizgedanke immer mehr an Bedeutung. Die Solidarität in der Bevölkerung und dessen Gemeinsinn nehmen ab. Um diesem Trend entgegenzuwirken, lanciert der Verein ServiceCitoyen.ch eine Volksinitiative zur Einführung eines obligatorischen Bürgerdienstes. Die Initianten werden hierbei durch ein evidenzbasiertes Argument gestärkt: Gesellschaftliches Engagement macht die Einsatzleistenden glücklich. Dieser Zusammenhang tritt jedoch nicht zwangsläufig auf und wurde bislang hauptsächlich in Verbindung mit Freiwilligenarbeit erforscht. Der vorliegenden Bachelorarbeit liegt deshalb das Ziel zugrunde, die Voraussetzungen zu untersuchen, inwiefern sich soziales Engagement positiv auf das subjektive Wohlbefinden auswirkt und welche Rolle dabei der Entzug von Freiwilligkeit innerhalb eines obligatorischen Bürgerdienstes einnimmt. Diese Erkenntnisse erlauben es, Empfehlungsansätze für die Ausgestaltung eines attraktiven und sinnstiftenden Bürgerdienstes zu formulieren. Eine fundierte Literaturrecherche dient dazu, das Zusammenspiel zwischen sozialem Engagement und subjektivem Wohlbefinden zu analysieren. Die Frage nach der Freiwilligkeit und die Ausgestaltungsvorschläge werden mittels fünf qualitativer Experteninterviews erarbeitet sowie einer strukturierenden Inhaltsanalyse unterzogen. Der Rahmen der Befragungen bildet primär die Selbstbestimmungstheorie. Die praktische Relevanz der Empfehlung wird sichergestellt, indem mit vier Einsatzbetrieben die formulierten Ansätze diskutiert werden. Die Resultate zeigen, dass die Ursache, warum soziales Engagement glücklich macht, auf die Befriedigung von psychologischen Grundbedürfnissen zurückzuführen ist – die Wahrnehmung von Autonomie, sozialer Eingebundenheit sowie Kompetenz. Zudem sind kontextuelle Einflussfaktoren, insbesondere die Motive für ein solches Engagement, entscheidend für die Stärke des Zusammenhangs. Allerdings muss hierfür der Dienst nicht zwingend auf freiwilliger Basis erfolgen, bereits die Einsicht in eine allfällige Notwendigkeit oder eine Kongruenz mit der individuellen Wertevorstellung führt dazu, dass er als selbstbestimmt wahrgenommen wird. Daraus lassen sich die folgenden Ausgestaltungsempfehlungen ableiten: Gezielte Wahrnehmungssteuerung während des politischen Diskurses, umfangreiche Wahlfreiheiten, optimale Zuteilung mithilfe eines Plattformsystems, organisationstechnische Massnahmen sowie Ausweitung des verpflichtenden Personenkreises. Es wird resümiert, dass soziales Engagement auch innerhalb eines obligatorischen Rahmens subjektives Wohlbefinden hervorrufen kann. Hierfür muss jedoch eine Vielzahl von Wirkmechanismen und Kontextfaktoren berücksichtigt werden. Aufgrund dessen ist die optimale Ausgestaltung eines solchen Bürgerdienstes bedeutend. Ferner veranschaulichen die Resultate, dass die theoretischen Ansätze in der Praxis teils schwierig umzusetzen sind, weshalb weiterführende Forschungen im praktischen Kontext notwendig sind.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/21587
License (according to publishing contract): CC BY 4.0: Attribution 4.0 International
Departement: School of Management and Law
Appears in collections:BSc Betriebsökonomie

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