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Publication type: Working paper – expertise – study
Title: «Partizipation neu denken» : Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung im Kanton Zürich
Authors: Fischer, Damaris
Mertes, Alexander
Brüesch, Caroline
Andermatt, Kevin
et. al: No
DOI: 10.21256/zhaw-25660
Extent: 23
Issue Date: 2021
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subjects: Bevölkerung; Befragung; Demokratie; Kanton Zürich; Digitalisierung; Verwaltung
Subject (DDC): 320: Politics
Abstract: Das Ziel der Bevölkerungsbefragung im Kanton Zürich ist die Erhebung der Einstellungen der Zürcher Bevölkerung zum Thema politische Partizipation sowie zu den dabei verwendeten Partizipationskanälen (digital, analog oder digital und analog bzw. hybrid). Die Ergebnisse dieser Bevölkerungsbefragung sollen in die Erarbeitung einer Konzeption «Partizipation neu denken» als Teil des Legislaturziels «Teilhabe» des Kantons Zürich (Legislaturziel 5, RRZ 5e und 5f) einfliessen. Im Zeitraum vom 1. bis 24. März 2021 führte das Institut für Verwaltungs-Management (IVM) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag der Staatskanzlei des Kantons Zürich eine Bevölkerungsbefragung im Kanton Zürich zu folgenden Themen durch: – Partizipation und Digitalisierung im Allgemeinen – Partizipationsmöglichkeiten – Partizipation im Kanton Zürich – Fragen zu E-Voting, E-Collecting, E-Vernehmlassung Insgesamt wurden 7000 Personen angeschrieben. Die bereinigte Stichprobe umfasst 1790 Antworten, was einer Rücklaufquote von 25.6 Prozent entspricht. Die Stichprobe spiegelt in etwa das Geschlechterverhältnis zwischen Männern und Frauen im Kanton Zürich wider. Die Personen der Altersklasse von 16 bis 39 Jahre sind im Vergleich zur Altersverteilung im Kanton Zürich leicht untervertreten, ebenso die über 80-Jährigen. Die weiteren Altersklassen sind hingegen leicht übervertreten (40- bis 79-Jährige). 76.2 Prozent der Befragten geben an, die Schweizer Staatsangehörigkeit zu haben. Zudem beträgt der Anteil der Personen, die eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, 16.4 Prozent. 7.4 Prozent besitzen eine Schweizer Staatsangehörigkeit und zusätzlich eine oder mehrere weitere Staatsangehörigkeiten. Es fällt insgesamt auf, dass die Befragten ein Bedürfnis nach mehr Partizipation im Kanton Zürich äussern: Über 47 Prozent der Befragten fnden, dass es aktuell eher zu wenig oder viel zu wenig Mitwirkungsmöglichkeiten bei strategischen Projekten, gesellschaftlichen Themen, Gemeindeversammlungen und aktuellen Herausforderungen gibt. Personen ab 65 Jahren wünschen sich zwar mehrheitlich ebenfalls mehr Partizipationsmöglichkeiten, sie sind jedoch auch am häufigsten unter den Personen vertreten, für welche es bereits genug, eher zu viel oder zu viel Mitspracheangebote im Kanton Zürich gibt. Insgesamt erachten die Befragten den Einbezug der Bevölkerung als wichtig. Den Aussagen, wonach durch eine digitale Partizipation Jugendliche besser erreicht werden können sowie, dass eine Mischform aus digitaler und analoger Partizipation der beste Weg zum Einbezug der Bevölkerung ist, stimmen die Befragten im Durchschnitt überwiegend zu. Ferner werden digitale oder digital und analog kombinierte (sogenannte hybride) Partizipationskanäle gegenüber ausschliesslich analogen bevorzugt. Personen über 80 Jahren befürchten dabei eher, dass ein Teil der Bevölkerung bei einer digitalen Partizipation ausgeschlossen wird. Diese Personengruppe bevorzugt auch eher analoge Partizipationsmöglichkeiten. Werden analoge und digitale Partizipation miteinander verglichen, so sehen die Befragten die Vorteile von digitaler Partizipation in der Ortsunabhängigkeit, der Schnelligkeit, den Kosteneinsparungen, dem grösseren Einbezug von Personen und der höheren Ergebnisqualität. Bei der analogen Partizipation sehen die Befragten hingegen die Vorteile im Schutz persönlicher Informationen, der technischen Sicherheit und bei der persönlichen Diskussion über Politik. Eine Mehrheit der Befragten bevorzugt über alle Partizipationsgrade (Information – Konsultation – Mitmachen – Mitentscheiden) hinweg den digitalen Kommunikationsweg, jeweils gefolgt vom hybriden Format. Einzig die Altersklasse der über 80-Jährigen bevorzugt bei allen Partizipationsgraden eine Teilhabe in analoger Form. Darüber hinaus wurden den Befragten anhand von drei Fallbeispielen Partizipationsmöglichkeiten zur Bewertung präsentiert: Beteiligung an einem Raumplanungsprojekt mit Mitwirkung an Sitzungen, Eingabe von Ideen bei einem partizipativen Budget und Teilnahme an Diskussionen zu einem strategischen Projekt der Sportförderung. Es zeigt sich, dass der Anteil von Personen, der an den drei Mitwirkungsformaten teilnehmen würde, sich ungefähr mit dem Stimmenanteil bei Wahlen und Abstimmungen im Kanton Zürich deckt – zwischen 44.7 und 51.9 Prozent würden sich bei den in den Fallbeispielen genannten Partizipationsmöglichkeiten beteiligen wollen. Auffällig ist, dass beim Beispiel «Raumplanungsprojekt», bei dem gefragt wird, ob Personen sich in einer Kommission an Sitzungen einbringen würden, vor allem jüngere Personen «Nein» angeben. Hingegen würde sich eine Mehrheit der jüngeren Befragten bei den anderen beiden Fallbeispielen, dem partizipativen Budget und dem strategischen Projekt, beteiligen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Bevölkerung im Kanton Zürich das Thema Partizipation wichtig ist. Es zeigen sich dabei signifikante Unterschiede, insbesondere in Bezug auf das Alter. Personen ab 80 Jahren wünschen sich im Vergleich zu den anderen Altersklassen Partizipation eher in analoger Form. Personen ab 65 Jahren schätzen die aktuellen Partizipationsmöglichkeiten am häufigsten als ausreichend ein. Demgegenüber steht das Bedürfnis von über 47 Prozent der Befragten nach mehr Mitwirkungsmöglichkeiten bei einer Vielfalt politischer Themen. Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die meisten Befragten digitale oder hybride Partizipationskanäle gegenüber analogen bevorzugen
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/25660
License (according to publishing contract): Licence according to publishing contract
Departement: School of Management and Law
Organisational Unit: Institute of Public Management (IVM)
Appears in collections:Verwaltungsmanagement

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