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Publication type: Master thesis
Title: Realoptionen bei der Kreditprüfung
Authors: Schlegel, Reto
Advisors / Reviewers: Affolter, Beat
Schweizer, Andreas
Nagel, Gabriela
Mostowfi, Mehdi
DOI: 10.21256/zhaw-20736
Extent: 88
Issue Date: 2020
Publisher / Ed. Institution: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Publisher / Ed. Institution: Winterthur
Language: German
Subject (DDC): 332: Financial economics
Abstract: Bei den Firmenkrediten ist die Prüfung von Investitionskrediten mit Projektcharakter die „Königsdisziplin". Denn bei dieser Art von Krediten handelt es sich um Cashflow-basierte Finanzierungen, bei welchen sich die Bank massgeblich auf die Cashflow-Generierung aus der getätigten Investition abstützen muss, damit ihr Kredit bedient wird. Ein Scheitern des Investitionsvorhabens bringt den Kreditnehmer grundsätzlich in massive finanzielle Schwierigkeiten, was wiederum zu einer Gefährdung des Kredites führt und im Extremfall mit einem Kreditausfall enden kann. Somit weisen Investitionskredite mit Projektcharakter in der Regel ein hohes Risikoprofil auf und bedürfen deshalb einer umfangreichen und spezifischen Kreditprüfung. Jedoch sind die Kreditprüfungsprozesse der Banken auf die Prüfung von „klassischen" Firmenkrediten, das heisst, Betriebskredite zur Finanzierung des Umlaufvermögens oder Investitionskredite für die Finanzierung von Ersatzinvestitionen, ausgelegt. Dies zeigt sich darin, dass es wenig bis keine Hilfsmittel (z.B. Checklisten, spezifische Hinweise im Kreditregelwerk, etc.), welche die Firmenkundenbetreuer/-innen bei der Prüfung von Investitionskrediten mit Projektcharakter unterstützen können, gibt. Weiter zeigt sich dies auch bei den Rating-Systemen der Banken. So sind beispielsweise die qualitativen Faktoren, welche einen wichtigen Bestandteil bei der Beurteilung des Kreditnehmers bilden, kaum bis gar nicht auf die Prüfung von Unternehmen, welche ein Investitionsvorhaben mit Projektcharakter durchführen, ausgerichtet. Zudem haben die Firmenkundenbetreuer/-innen oftmals ein statisches Verständnis von Investitionsprojekten. Viele Firmenkundenbetreuer/-innen sind der Meinung, dass ein Investitionsvorhaben einen klar definierten Umfang (Kosten, Umsetzungslaufzeit, etc.) hat. Die Tatsache, dass bei Investitionsprojekten eine Vielzahl von unterschiedlichen Wahl- und Handlungsmöglichkeiten bestehen, wie beispielsweise die Erweiterung der Investition bei positivem Verlauf oder die Einschränkung des Umfangs bei negativem Verlauf, ist den wenigsten gar nicht oder nur begrenzt geläufig. All dies führt dazu, dass Investitionskredite mit Projektcharakter in der Praxis oftmals zu wenig umfassend und zu wenig detailliert geprüft werden. Dies hat im Extremfall zur Folge, dass Kredite bewilligt werden, welche eigentlich nicht bewilligt werden sollten. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb analysiert, ob und wie Wissen aus der Realoptionstheorie bei der Prüfung von Investitionskrediten mit Projektcharakter integriert werden kann, um eine fundiertere, strukturiertere, objektivere und dynamischere Beurteilung des Kredites sicherzustellen. Denn Realoptionen stellen zukünftige Handlungsflexibilitäten bei einem Investitionsprojekt dar und bei der Realoptionsanalyse geht es darum, diese künftigen Handlungsoptionen zu eruieren sowie möglichst alle Chancen und Risiken des Vorhabens zu erfassen. Die Realoptionstheorie basiert auf einem dynamischen und zukunftsgerichteten Verständnis eines Investitionsprojektes. Aufgrund dessen eignet sich die Realoptionstheorie optimal für die Ableitung von Wissen für die Prüfung von Investitionskrediten mit Projektcharakter. Die Analyse zeigt auf, dass den Firmenkundenbetreuer/-innen die Denkweise in Handlungsoptionen vermittelt werden muss. Dadurch werden sie ein Investitionsprojekt als einen dynamischen Prozess verstehen und sind besser in der Lage, die Chancen und Risiken des Vorhabens sowie mögliche Handlungsoptionen zu erfassen und in die Beurteilung einfliessen zu lassen. Die Vermittlung der Denkweise kann mittels Schulungen, erklärenden Abschnitten im Kreditregelwerk und/oder Hilfsmittel (z.B. spezifische Checklisten oder Gesprächsleitfaden) erfolgen. Diese Handlungsempfehlungen sind in der Arbeit detaillierte beschreiben beziehungsweise wurden methodische Ansätze für die Praxis erarbeitet. Zudem wurden die Handlungsempfehlungen anhand eines konkreten Praxisfalles überprüft und es wurde der Mehrwert, welcher dadurch generiert werden kann, aufgezeigt.
URI: https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/20736
License (according to publishing contract): CC BY 4.0: Attribution 4.0 International
Departement: School of Management and Law
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